Vorurteile

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Vorurteile

  1. Tragen verwöhnt das Baby

Verwöhnen bedeutet immer, dass das Kind etwas bekommt oder darf, was ihm schadet. Tragen hingegen fördert das Ur-Vertrauen und das Bindungsgefühl zu den Eltern. Kinder unter einem Jahr können kaum verwöhnt werden, da sie fast nie nach etwas verlangen, dass ihnen schadet. Körperliche Nähe durchs Tragen gehört zu den Grundbedürfnissen eines Säuglings, das unbedingt gestillt werden sollte. Weiterführender Artikel zu diesem Thema: http://www.khbrisch.de/files/artikel_dolomiten_26.04.2011.pdf

 

  1. Das Kind lernt nie laufen, wenn es nur getragen wird

Untersuchungen zu Folge entwickeln viel getragene Kinder hervorragende motorische Fähigkeiten, da Babys durch die ständige Bewegung und die aufrechte Haltung Impulse bekommen, die ihr Gleichgewicht schulen und die Muskeln aktivieren. Tragen unterstützt somit die motorische Entwicklung und verhindert diese nicht.

 

  1. Tragetücher und Tragesysteme sind viel zu kompliziert

Kein Elternteil der Welt könnte ohne weiteres, ohne es vorher probiert zu haben, ein Tuch korrekt und perfekt binden. Das erfordert die richtige Methode und ein wenig Übung. Aber das gleiche gilt auch für Windeln wechseln. Das Baby baden. Den Autositz korrekt anschnallen.

Bei Mama Känguru wird Ihnen mit viel Spaß und Geduld genau gezeigt, wie Tücher und Tragesysteme anzulegen sind. Und mit ein wenig Übung können Sie die Handgriffe im Schlaf. Versprochen!

 

  1. Tragetücher sind so teuer

Verglichen mit einem Pullover sind Tragetücher und Tragesysteme natürlich teurer. Aber immer noch sehr viel günstiger als ein Kinderwagen. Tragen sind täglich im Gebrauch, über viele Jahre, meistens auch bei mehreren Kindern. Natürlich erscheint einem der Preis für „nur Stoff“ erst einmal nicht günstig. Aber diese Stoffe müssen täglich Schwerstarbeit leisten, dürfen nicht ausleiern oder beim Waschen einlaufen und müssen dazu auch noch bequem und schadstofffrei sein.

 

  1. Das ist doch nur was für Hippies

Stimmt nicht! Bis vor 100 Jahren wurden Babys auch hier in Europa fast nur getragen. Die Mütter mussten früh ihr Leben wieder selber in die Hand nehmen und ein Baby fühlt sich nah bei seinen Bezugspersonen nun mal am sichersten. Der Kinderwagen löste dann Anfang des 20. Jahrhunderts das Tragen ab, bis es in den 70iger Jahren eine Renaissance erfuhr. Seitdem entdecken immer mehr Eltern das Tragen für sich und insbesondere mit den heutigen Designs liegen Tücher und Tragesysteme voll im Trend.

 

  1. Tragen ist schädlich für die Wirbelsäule und die Gelenke

Genau das Gegenteil ist der Fall! Eine mit 400 Kindern durchgeführte Studie hat bewiesen, dass vielgetragene Kinder durchschnittlich deutlich weniger Haltungsschäden entwickelten. Ergonomisch korrektes Tragen entlastet den Rücken des Kindes und unterstützt die Reifung der Hüftpfannen für eine gesunde Entwicklung.

 

  1. Die Babys bekommen nicht genug Luft beim Tragen

Eine Studie der Universität Köln hat genau dieses Phänomen untersucht. Das Ergebnis: Die Sauerstoffzufuhr und Sättigung entspricht 99% – Babys bekommen also ausreichend Luft an ihr Näschen. Vorausgesetzt natürlich, dass ein Tuch richtig gebunden und die Trage richtig eingestellt ist.

 

  1. Nach ein paar Monaten ist das Kind eh zu schwer zum Tragen

Babys werden relativ schnell groß und damit schwerer. Aber auch stabiler! Sobald Babys ihren Kopf sicher halten können, spricht nichts mehr dagegen, sie auf dem Rücken oder der Hüfte zu tragen. Bei Mama Känguru können Sie viele tolle Varianten lernen. Aber auch vorne umgebunden ist ihr Kind in Tuch oder Trage leichter umherzutragen als auf Ihrem Arm. Zudem wachsen Ihre Muskeln mit und gewöhnen sich an das stetig wachsende Gewicht. Viele Eltern nutzen ihre Tragen bis ins 3 Lebensjahr hinein. Es gibt auch spezielle Systeme, die explizit für ältere Kinder konzipiert sind und beispielsweise beim Wanderurlaub zum Einsatz kommen.