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10 Gründe fürs Tragen – Grund 2: Die motorische und muskuläre Entwicklung wird stimuliert

Wir beleuchten in dieser Reihe die Gründe, warum Tragen gesund und wichtig ist, ein wenig genauer. Der zweite Punkt auf unserer Liste  heißt: Die motorische und muskuläre Entwicklung wird durch die Bewegung stimuliert und gefördert. 

„Und, kann sich euer Kleines schon drehen/setzen/stehen/laufen?“ – Würden Eltern jedes Mal 5,- EUR für diese Frage aus dem Freundes- und Bekanntenkreis bekommen, wäre der ein oder andere Führerschein vorfinanziert. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, seinen eigenen Rhythmus und wird sich dann auf die Reise begeben, wenn es physisch und psychisch dazu bereit ist. ABER es gibt etwas, was Eltern tatsächlich tun können, um ihren Babys einen optimalen Start zu ermöglichen: Das regelmäßige Tragen durch eine Bezugsperson. Denn durch die permanenten Bewegungen des Trägers, vor- und zurückbeugen, bücken, gehen etc. muss der Tragling diese Bewegungen kontinuierlich ausgleichen und ausbalancieren. Die Muskeln werden angesprochen und der Vestibularapparat, das wichtigste Gleichgewichtsorgan des Menschen, stimuliert (1).

Einer der Gründe, warum Babys überhaupt mit Muskeln und einem bewegungsfähigen Knochenapparat auf die Welt kommen, ist dass sie im Mutterleib durch die Bewegung der Mutter zum Wachstum angeregt wurden. Das gleiche Konzept erfolgt beim Tragen, denn in aufrechter Haltung muss das Baby mit dem Träger mitarbeiten, selbst im schlafenden Zustand. Häufig sind Kinder, die viel getragen wurden, motorisch sehr gut entwickelt im Gegensatz zu Babys, die den Tag hauptsächlich in Rückenlage verbringen. Das belegen auch Studien aus den 70igern, welche die motorische und sensorische Entwicklung von Kleinkindern aus traditionellen Kulturen mit den westlich aufwachsenden Babys verglichen: Die Babys aus Asien und Afrika durchliefen die motorischen Meilensteine wesentlich schneller als die in Industrienationen groß gewordenen Kinder. Dieser Unterschied wurde weitestgehend auf die dort weit verbreitete Kultur des Tragens zurück geführt (2), denn noch vor wenigen Jahrzehnten wurden die Babys der westlichen Welt eher selten regelmäßig getragen.

Also, tut euch und eurem Kind etwas Gutes und tragt sie nah bei euch, so lange sie es brauchen und möchten.

(1) C Götz: Der Frosch am Bauch. physiopraxis 06/08, S. 48 – 50.

(2) C M Super: Environmental effects on motor development: the case of „African infant precocity“. Dev Med Child Neurol. 1976 Oct ;18 (5):561-7

 

 

 

 

1 Comment
  • Alicia
    15. April 2017 at 23:05

    Toller Beitrag! Sehr Informativ und mit Humor 👍🏼

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